Grundlagen: Der Stoffwechsel / Die Stoffwechselaktivierung

Die Stellen, die zuletzt an Umfang gewonnen haben, werden zunächst wieder schlanker. Dort, wo sich die ersten Fettpölsterchen gezeigt haben, wird man zuletzt wieder schlank. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob wir Fett durch ein spezielles Training, eine Diät oder eine Ernährungsumstellung verlieren. Auch ist es aufgrund der unterschiedlichen Struktur von Fett- und Muskelzellen nicht möglich, eine Umwandlung, dass heißt, Straffung zu erreichen. Wenn allerdings das Ziel Fett abzubauen durch Umstellung auf bedarfsgerechte Ernährung und eine bewegungsintensive Lebensweise angesteuert wird, kann man in der tat einen prozentualen Anstieg der Muskelmasse in der Gesamtzusammensetzung des Körpers feststellen.

Was ist nun mit der Angst, zuviel „Muskelmasse“ aufzubauen? Gerade Frauen haben oft eine gewisse Scheu davor, im Krafttraining schwere Gewichte zu bewegen, weil sie nicht aussehen möchten wie ein weiblicher Arnold Schwarzenegger. Ein wenig wirkungsvoller Weg ist die weitverbreitete Annahme, mit geringen Gewichten bei möglichst hohen Wiederholungszahlen zu trainieren. Denn, die Muskulatur lässt sich überhaupt nur dann zu einer Verstärkung und zu einem Wachstum stimulieren, was die Voraussetzung für eine Aktivierung des Stoffwechsels ist, wenn sie stärker gefordert wird als gewohnt. Zudem hat es die Natur so eingerichtet, dass die Figur einer Freizeitsportlerin unmöglich auch nur iin die Nähe der einer Arnold Schwarzenegger gelangen kann. Der einfachste Weg, nicht noch muskulöser zu werden, wenn Sie an Ihre persönliche „Geschmacksgrenze“ gekommen sind, besteht darin, die Trainingsintensität nicht mehr zu steigern. Die Grundlagen, die Sie benötigen, um einen Trainingsplan zu erstellen, der auf Muskelaufbau und Kraftzuwachs abzielt, haben Sie schon auf diesem Blog kennengelernt.

2. Körperliche Aktivität

Bei jeder körperlichen Aktivität Betätigung wirkt sich der stoffwechsel-aktivierende Effekt nicht nur während der Belastungsphase aus, sonder noch eine Weile nach Ende des Trainings. Je erschöpfender das Training ausfällt, um so länger hält die Stoffwechselbeschleuningung vor – bis zu sechs Stunden bei intensiver Belastung.

3. Mehr und/oder häufiger essen

Gerade Menschen, die dazu neigen, leicht Fett zuzunehmen, essen oftmals gar nicht so viel. Im Gegenteil: Sie essen oft tagelang weniger, als es ihrem rechnerischen Energiebedarf entspräche. Sie versuchen häufig, die Kalorienaufnahme zu reduzieren, indem sie seltener essen. Kleiner oder größere Sünden am Wochenende oder auf Parties sollen durch karge Speisepläne im Verlauf der nächsten Woche wieder ausgeglichen werden. Aber diese Sünden werden nicht durch weniger essen in den nächsten Tagen kompensiert. Dass dies nicht der Fall ist, liegt im Sparmechanismus des Stoffwechsels begründet. Dieser beginnt nicht erst nach einigen Tagen des Nahrungsentzugs, sondern bereits nach einigen Stunden. Lassen Sie zB. durch berufliche Beanspruchung eine Hauptmahlzeit aus, werden alle energieverbrauchenden Vorgänge erst einmal gedrosselt. Bei zwei Mahlzeiten täglich kann so die durchschnittliche Stoffwechselgeschwindigkeit deutlich niedriger liegen als bei fünfmaliger Energieaufnahme im Abstand von zwei bis drei Stunden. Auch gilt es zu bedenken, dass der Stoffwechsel nachts langsamer arbeitet als tagsüber.

 

 

Grundlagen: Der Stoffwechsel

Heute geht es weiter in der neuen Serie „Grundlagen“ mit dem Stoffwechsel

Der Stoffwechsel

 

Um zu verstehen, warum sich der Körper so sehr gegen einen Angriff auf seine Reserven wehrt, ist ein Grundverständnis des Stoffwechsels erforderlich. Hinter dem Begriff des Stoffwechsels verbirgt sich im Grunde nichts anderes, als die Gesamtheit alle biochemischen Reaktionen, die in unserem Körper stattfinden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Stoffwechsel immer wieder mit bestimmten Geschwindigkeiten in Zusammenhang gebracht: “ Er hat einen schnellen Stoffwechsel, sie hat einen langsamen Stoffwechsel, das verlangsamte den Stoffwechsel, ihr Stoffwechsel wurde durch dieses Medikament beschleunigt, etc.“. Offensichtlich können die chemischen Prozesse in unserem Körper ihre Geschwindigkeit variieren. Diese Beeinflussbarkeit des Stoffwechsels macht die Planung einer gezielten Gewichtsreduktion allerdings um einiges schwerer.

Eigentlich klingt es logisch: Nehme ich mehr Energie auf als mein Körper verbraucht, wird sich mein Gewicht erhöhen, nehme ich weniger auf als ich verbrauche, reduziert es sich. Unser Stoffwechsel arbeitet aber nicht so. Zum Verständnis der Gesetzmäßigkeit einer Gewichtszunahme oder -abnahme kann das Bild eines Wasserbeckens als Modell herangezogen werden: Im Hinblick auf die Veränderbarkeit des Stoffwechsels, muss man sich den Wassereinlauf mit dem Wasserabfluss gekoppelt vorstellen. Reduziert sich also der Wassereinstrom (Energieaufnahme), so verringert sich automatisch mit einer gewissen Verzögerung der Wasserabfluss (Energieverbrauch). Wie hoch die Verringerung ausfällt und wann die Drosselung einsetzt, ist dabei individuell verscheiden. Umgekehrt verläuft der Vorgang natürlich ebenso: Bei einer Erhöhung der Energiezufuhr wird sich auch der Energieverbrauch nach einiger Zeit nachhaltig erhöhen.

Stoffwechselaktivierunug

Wollen wir uns das eben erworbenen Wissen über die Variabilität unseres Stoffwechsels zunutze machen, um unser Körpergewicht günstig zu beeinflussen, sollten wir stoffwechselverlangsamende Verhaltensweisen meiden bzw. beschleunigende ausführen. Es gibt drei sinnvolle Wege den Stoffwechsel auf natürliche Weise anzuregen:

1. Muskelaufbau (Hypertrophie)
2. Körperliche Aktivität
3. Mehr und/oder häufiger essen

Ein gesundheitsorientierter Fitness-Sportler wird über unvernünftige oder sogar illegale Möglichkeiten, wie zB. weniger Schlaf, frieren in kalter Umgebung, Kaffee- oder Nikotinkonsum, stoffwechselsteigernde Medikamente, Doping, etc. gar nicht erst nachdenken. Widmen wir uns also den gesundheitsverträglichen Methoden, den Stoffwechsel auf Trab zu bringen.

 

1. Muskelaufbau

Da Muskelgewebe aktiv durchblutet wird, hat es einen schnelleren und dadruch höheren Stoffwechselgrundsatz als zB. Fetgewebe. Mit anderen Worten: Ein wenig mehr an Muskulatur lässt den Stoffwechselmotor schon im Leerlauf höher drehen und den Treibstoffverbrauch ansteigen. In modernen Fitnessclubs ist die Zielsetzung „Muskelaufbau“ fast ein wenig aus der Mode gekommen. Stellt sich nur die Frage: Was soll mit dem Gewichtstraining eigentlich sonst bewirkt werden, wenn nicht Muskelaufbau? Dass viele Menachen falsche Erwartungen in ihr Fitnesstraining setzen, liegt häufig an hartnäckigen Vorurteilen bezüglich des Gewichtstrainings, wie zB:

– durch Training den „Problemzonen“ liesse sich Fett gezielt wegschmelzen, sich straffen und in Muskulatur umwandeln,
– Frauen bauten durch Gewichtstraining grosse Muskelpakete auf, oder
– Gewichtstrainng mit leichten Gewichten und hohen Wiederholungszahlen straffe die Kuskulatur und hätte einen schlankmachenden Effekt

Was davon stimmt denn jetzt: nun, wäre es zB. möglich, durch verstärkte Aktivitt eines bestimmten Körperteils gezielt Fett zu verbrennen, müsste es umgekehrt möglich sein, durch Inaktivität eines bestimmten Körperteils das Fett gezielt dorthin lenken zu können. Die Reihenfolge der Fetteinlagerung wird jedoch durch die Erbinformation, die in unseren Körperzellen gespeichert sind, festgelegt. Männer entwickeln erblich bedingt eher die sg. Apfelform, das heißt, überschüssiges Fett lagert sich vor allem im gesamten Bauchraum ein. Frauen dagegen entwickeln eher die sogenannte Birnenform, das heißt, überschüssiges Fett findet sich an Unterbauch, Hüfte, Po und den Oberschenkeln wieder. Bauen wir Fettgewebe ab, geschieht dies genau in der umgekehrten Reihenfolge, in der es eingelagert wurde.